Handwerk

Der Kenntnis von der Eisengewinnung und Eisenbearbeitung ging eine Entwicklung über Jahrtausende voraus. Die Eisenzeit gilt somit
als eine Epoche der Menschheitsgeschichte, die fast alle Völker durchliefen, die aber nicht für alle zur gleichen Zeit eintrat. Vorausgegangen
war die Bronzezeit, in der die Menschen gelernt hatten, Legierungen aus Kupfer und Zinn herzustellen. Wie sehr viele Leistungen
kultureller Entwicklungsstufen, dürfte auch die Fähigkeit Eisen zu bearbeiten im nahen Osten, in Ägypten und Mesopotamien erstmals
aufgetreten sein. Dass es Zeiten gab, in denen das Eisen für kostbarer gehalten wurde als Gold, ist allgemein bekannt. Einige Perlen und
Tropfen sind um 3500 v. Chr. in Ägypten gefunden worden – sie bestehen ebenso wie die Funde aus Mesopotamien aus Meteoreisen.
Diesem vom Himmel gefallenen Material dürften magische Kräfte zugeschrieben worden sein.

Vom Zweistromland und Ägypten wanderte die Kenntnis der Eisenherstellung wahrscheinlich erst mit dem Beginn des 1. Jahrtausends
nach Griechenland und in die Aegaeis und breitete sich von da nach und nach über ganz Eruropa aus.
Im 6. Jhd. v. Chr. dürfte der Verbreitungsprozess für Zentraleuropa und den Mittelmeerraum abgeschlossen gewesen sein.
Da nun die Eisengewinnung und Bearbeitung in größerem Maße möglich war und keine Beziehung mehr zu den vom Himmel gefallenen
Meteoriten bestand, hatte das Eisen auch nicht länger magische, übernatürliche Bedeutung. Es wurde zum Material für Gebrauchsgegenstände
wie Waffen (Messer und Pfeilspitzen), aber auch Pflugscharen und dergleichen Arbeitsgeräte.

Der Schmied ist neben dem Töpfer der älteste Handwerker. In der Antike war die handwerkliche Arbeit zum größten Teil den Sklaven
überlassen und somit nicht sehr geachtet. Das änderte sich mit dem beginnenden Mittelalter.
Einige Klöster legten den Mönchen als Ordensregel die handwerkliche Arbeit auf: „ora et labora“. Im späten Mittelalter bildete sich in den
wachsenden Städten ein freier bürgerlicher Handwerkerstand heraus, der in feste, strenge Zunftregeln gebunden war.
Der Schmied lernte sein Handwerk seit jeher mit Hammer, Amboss und Feuer der Esse.
Darin hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert.